Hamburg, den 12.04.2020

Sehr geehrte, liebe Patienten,

wir bleiben für Sie da! Warum eigentlich?

Einige Patienten sind am Telefon freudig überrascht – viele hatten gar nicht erwartet, dass wir erreichbar sind und arbeiten.

Ja, wir haben die Behandlungszeiten reduziert und sind nicht mehr ständig telefonisch erreichbar – wir arbeiten nicht mehr alle gleichzeitig sondern teilweise zeitversetzt in getrennten Teams.

Ja, wir haben auf die Herausforderung dieser Pandemie reagiert:

  1. Wir vermeiden, wo möglich, die Behandlung von Risikopatienten, wenn nach Abwägung ein Verschieben (ich gehe von 6 Monaten aus) auch möglich ist und beschränken uns auf notwendige, indizierte Behandlungen.
  2. Gleich gegenüber der Eingangstür haben wir einen Händedesinfektions-Spender montiert. Bitte benutzen Sie ihn gleich nach dem Betreten und vor dem Verlassen der Praxis (Ein Zug mit dem rechten Ellbogen in die linke Hand).
  3. Wir wollen den Kontakt von Patienten untereinander vermeiden. Wir versuchen also nur einen Patienten zur Zeit im Flur/Wartebereich zu setzen. Das funktioniert nur mit Termintreue – bitte kommen Sie nicht zu früh oder zu spät, sondern möglichst pünktlich.
  4. Unsere Hygienemaßnahmen sind unter den Fachärzten schon lange herausragend – wir Zahnärzte sind seit Jahrzehnten mit HIV und Hepatitis C Viren konfrontiert und haben uns darauf eingestellt. FFP2 Masken und Visiere komplettieren unseren Schutz nun zusätzlich.
  5. Wir können keinen mit dem Corona-Virus infizierten und symptomatischen Patienten in der Praxis selbst behandeln, würden aber im Notfall bei der Vermittlung von Terminen in einer Schwerpunktpraxis behilflich sein.

Trotzdem sind und bleiben wir für Sie da und lassen Sie nicht alleine!

Viele von unseren Patienten haben sich mit uns ein hohes Mundhygieneniveau erarbeitet, um ein Wiederauftreten der Parodontitis (Rezidiv) zu verhindern oder weil sie ein hohes individuelles Kariesrisiko tragen. Wenn nun über 6 Monate keine Dentalhygienikerin arbeiten würde, ist das Ergebnis vorhersehbar: Zahnverlust, erheblicher Therapiebedarf, lange Behandlungszeiten mit hohen zu erwartenden Kosten. Meine Haltung hierzu ist unseren Patienten bekannt und wird von ihnen mitverfolgt. Aus den wissenschaftlichen Studien ist erwiesen, dass eine saubere, gepflegte Mundhöhle nicht so leicht krank wird. Hier ist die wesentliche Eintrittspforte für Bakterien und Viren. Das ist Wissenschaft und kein Marketing. Und genau deshalb ist es auch nicht plötzlich falsch oder überflüssig, nur weil wir es jetzt alle mit der Angst zu tun bekommen.

Die Zahnmedizin gehört zu den systemrelevanten Berufen. In den vergangenen Wochen erleben wir alle, wie richtig und wichtig das ist: ich habe in so kurzer Zeit noch nie so viele überbelastete, abgebrochene und durchgebrochene Zähne gesehen wie jetzt. Auch muskuläre und Kiefergelenkschmerzen zeigen uns, wie es unseren Patienten geht und wo wir aktuell helfen müssen. Das kommt zu den auch sonst anfallenden Wurzelbehandlungen und entzündeten Weisheitszähnen dazu und kann keinesfalls von einzelnen dentalen Notfallzentren gelöst werden. Systemrelevant heißt auch, dass wir genau wie die Kollegen in der nur 500m entfernten Intensivmedizin des UKE nicht weglaufen können, obwohl auch unser Risiko nicht null, aber sicher beherrschbar ist. Ein Hinweis, sich auf das Notwendige zu beschränken, wäre entbehrlich und durchaus interpretierbar. Der Arzt klärt auf, wägt fachliche und ethische Aspekte individuell ab und rät zu einer Therapie. Die Entscheidung, was ihm notwendig erscheint, trifft der Patient selbst. Das ist jetzt nicht anders als im vergangenen Februar. Zahnheilkunde ist in diesen Zeiten besonders wichtig und muss für alle verfügbar bleiben. Ein Ansteckungsrisiko ist bei uns nachweislich deutlich geringer als bei anderen niedergelassenen Fachärzten und deshalb bleiben die Zahnärzte und Teams für Sie da – ich auf jeden Fall!

Ihr

Jan Hendrik Halben und Team